Katharina hat 2001 und 2002, als sie in der achten und neunten Klasse war, jeweils an einer zweiwöchigen Sprachreise nach Rochester, England teilgenommen. Wir haben sie gefragt, warum sie sich gerade für England entschieden hat, wie die Sprachreisen organisiert wurden und welche Eindrücke sie auf der britischen Insel gesammelt hat.
Das hat mehrere Gründe. Bereits vor drei Jahren war ich mal mit meinen Eltern in London; mir hat es dort wirklich sehr gut gefallen. Auch die Sprache spielte eine entscheidende Rolle. Ich habe schon immer gern Englisch gesprochen und wollte die Sprache nun endlich anwenden. In der Schule ist es ja meistens doch nur Arbeit an englischen Texten.
Außerdem war die Zeit gekommen, in der ich einmal alleine verreisen wollte. Ich wollte mich selbst testen, wie gut ich mich in einem fremden Land und mit anderer Sprache zu Recht finde. Positiv an England: Es ist nicht ganz so weit weg von Deutschland. Australien und Amerika kamen dafür also nicht in Frage.
Ich bin beide Male mit AEC-Sprachreisen gefahren. Daher musste ich also auch nicht allzu viel selbst organisieren. Es wurde alles für einen geplant, weil ich eben auch noch relativ jung war.
Meine Eltern haben mich am Abreisetag zum Kölner Hauptbahnhof gebracht und von da an hat alles AEC gemacht. In England selbst war dann auch alles (bis auf einen Sonntag) durchorganisiert.
Meine Eltern haben über Bekannte von AEC erfahren, aber woher die das kannten weiß ich gar nicht. Wir haben uns zum einen für AEC entschieden, weil wir das Programm sehr ansprechend fanden und meinen Eltern die gute Betreuung sehr wichtig war. Bei anderen Organisationen war man mehr auf sich allein gestellt und das wollte ich in dem Alter auch noch nicht. Und zum anderen haben wir uns für AEC entschieden, weil wir zu dritt gefahren sind und nur AEC uns die Möglichkeit bot auch zu dritt in eine Gastfamilie zu gehen.
Ja, ich bin gemeinsam mit zwei Freundinnen gefahren und wir wollten dann natürlich auch alle in einer Gastfamilie untergebracht werden. Normalerweise wird man nämlich immer nur zu zweit untergebracht und eine von uns hätte dann alleine in eine Familie gehen müssen, aber bei AEC gab es auch Familien, die drei Gastschüler aufnehmen konnten.
Den Aufenthalt in der Gastfamilie fand ich sehr schön. Sie haben sich super gut um uns gekümmert und man konnte sich wie zu Hause fühlen.
Ja, das mit dem Englisch ist schon problematischer, vor allem, wenn man eben unter sich ist. Aber da man sowieso sehr viel Zeit mit den anderen AEC-Teilnehmern verbracht hat, war das unabhängig davon, ob man nun zu zweit oder zu dritt in einer Gastfamilie war. Mit den Gasteltern und den Lehrern wurde immer nur Englisch gesprochen und untereinander eben nur Deutsch. Wenn aber zum Beispiel die Gasteltern mit im Raum waren, haben wir natürlich auch Englisch gesprochen.
Vormittags war Schule und nachmittags konnte man Sport machen oder man ist irgendwo gemeinsam hingefahren. Zweimal wöchentlich gab es abends auch so eine Art Disko für uns.
Wir haben in erster Linie ein breites Sportangebot gehabt. Gleich, ob Schwimmen, Fußball, Basketball, Tennis oder Golf, da war für jeden etwas dabei.
Wir waren zum Beispiel auch Picknicken oder im Kino.
Rochester ist ungefähr eine Auto-Stunde von London entfernt. Wir waren jede Woche einmal in London und haben uns gemeinsam Sachen, wie Madame Tussauds, Harrods, den Tower, British Museum und das National History Museum angesehen. Danach durfte dann jeder das machen, was er wollte.
Am freien Sonntag haben wir etwas mit der Gastfamilie gemacht: Wir waren mit bei einer großen Familienfeier an einem See und waren darauf segeln.
Das sind jetzt noch die Sachen, an die ich mich erinnern kann. Aber man hatte wirklich jeden Tag ein Freizeitangebot zur Verfügung gehabt. Die Reiseleitung hat sich also wirklich immer um einen bemüht.
Vor allem die Sicherheit Englisch nun auch zu sprechen und nicht nur zu schreiben. Mir ist besonders in der Schule aufgefallen, dass ich viel flüssiger geredet habe (wenn gleich nicht jeder Satz immer grammatikalisch richtig war) und nicht mehr so viel darüber nachgedacht habe, wie ich jetzt was formulieren muss.
Weiterhin habe ich auch einige Vokabeln aus dem Alltag mitgenommen, was natürlich hauptsächlich durch das Reden mit meinen Gasteltern kam.
Zudem war es besonders schön, weil meine Gastfamilie Blindenhunde ausgebildet hat. Zu erfahren, wie denn Kommandos für Hunde auf Englisch heißen, fand ich ziemlich spannend.
Wie sich die Reisen auf meine berufliche Zukunft auswirken werden, ist schwer zu sagen. Ich weiß jetzt eben nur, dass ich mich doch recht gut in einem englischsprachigen Land verständigen kann, also dort das bekommen kann, was ich brauche.
Es hat mir eine gewisse Sicherheit gegeben und mein Interesse
an der Sprache ist gewachsen. Daher habe ich auch darauf geschaut, dass ich, wenn möglich, in meinem zukünftigen Beruf Gebrauch von dieser Sprache machen kann!
Zu dem Zeitpunkt fand ich die sehr gute und enge Betreuung, die gut ausgewählte Gastfamilie und die gesamte Atmosphäre einfach toll. Heute, mit 20 Jahren fände ich die intensive Betreuung wohl eher nervig und übertrieben, aber damals fand ich es schon sehr wichtig.
Schlechte Erfahrungen? Um ehrlich zu sein, habe ich keine schlechten/negativen Erinnerungen an die Reise. Man hätte vielleicht noch mehr Zeit in London verbringen können - wir waren ja nur zwei Tage da. Als ich mit meinen Eltern da war, habe ich viel mehr gesehen, aber ich verstehe auch, dass das sehr schwierig und zeitaufwendig ist.