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Erfahrungsberichte/ Eastbourne

Sprachreise nach Eastbourne - ein Erfahrungsbericht

Sprachreise nach Eastbourne Eine Fremdsprache dort lernen, wo sie gesprochen wird, ohne gleich ein ganzes Jahr im Ausland zu verbringen? Die Ferien dafür nutzen, um die Fremdsprachenkenntnisse vor Beginn des neuen Schuljahres noch ein wenig aufzufrischen? Wer so etwas in Erwägung zieht, ist mit einer Sprachreise gut beraten.

"Vorarbeit" leisten

Genau das dachte ich mir in der 10. Klasse auch. Da ich als Leistungsfach unter anderem Englisch gewählt hatte, wollte ich mich vor Eintritt in die Oberstufe noch ein bisschen "fit machen" lassen. Doch während es viele eher in die USA oder auf die sonnige Insel Malta zieht, um Englisch zu lernen, war für mich von Anfang an klar, dass ich meine Sprachferien in England verbringen wollte. Ich besorgte mir also Informationsbroschüren, die ich sowohl alleine als auch mit meinen Eltern, die mir die Reise finanzieren wollten, sorgfältig studierte. Schließlich entschied ich mich für einen zweiwöchigen internationalen Sprachkurs in Eastbourne, etwa drei Autostunden südlich von London. Dort sollte ich während meines Aufenthaltes bei einer Gastfamilie wohnen.

Es wird ernst

Sprachreise nach Eastbourne

Einige Wochen vor meinem Abreisetermin bekam ich einen Brief von meinem zukünftigen Reiseleiter, der auch der Ansprechpartner vor Ort sein würde. In diesem Brief stellte er sich kurz vor und gab außerdem nützliche Tipps zu Versicherungen, finanzieller Versorgung und auch Hinweise, was unbedingt im Gepäck sein sollte, nicht fehlen durfte beispielsweise auch ein kleines Geschenk für die Gastfamilie.
Die Adresse und Telefonnummer meiner Gastfamilie wurden mir etwa zwei Wochen vor Antritt der Reise zugeschickt und ich nutzte die Gelegenheit, um mich telefonisch schon mal vorzustellen. Meine Gastmutter Trish, die - wie sich herausstellte - allein lebte, war mir auf Anhieb sympathisch und zu meiner großen Erleichterung konnte ich auch ihr Englisch sehr gut verstehen.

Auf nach England!

Sprachreise nach Eastbourne

Mit gepacktem Koffer und vielen Erwartungen stand ich schließlich am Flughafen. Dort traf ich auf Teilnehmer des gleichen Kurses, mit denen ich rasch ins Gespräch kam. Wir tauschten uns über unsere Vorstellungen und Erwartungen aus und es war eine Erleichterung für mich, dass ich mich mit den anderen Sprachschülern gleich so gut verstand. Ein Betreuer der Sprachreiseorganisation half uns beim Einchecken, und wenig später ging es auch schon ins Flugzeug nach London Heathrow. Von dort aus wurden wir per Bus in den Kursort gebracht und am Bahnhof von unseren Gastfamilien abgeholt. Meine Gastmutter lebte in einem kleinen Dorf etwas außerhalb, weshalb mein Schulweg nicht gerade kurz war, dies stellte aber aufgrund der guten Bus- und Bahnverbindungen kein Problem dar.

Unterricht an der Sprachschule

Natürlich konnten die vielen Sprachschüler aus den verschiedensten Ländern nicht alle in einem einzigen Kurs untergebracht werden. Also wurde am ersten Tag, vor Beginn des eigentlichen Sprachkurses, ein Einstufungstest durchgeführt, der ein ungefähr gleichmäßiges Niveau in den einzelnen Kursen gewährleisten sollte. Die endgültige Zusammenstellung war dann tatsächlich sehr international: In meinem Kurs waren Deutsche, Österreicher, Spanier, Italiener und Franzosen vertreten.
Der Unterricht fand anhand spezieller Materialien und ausschließlich auf Englisch statt. Dabei ging es morgens hauptsächlich um grammatische Aspekte und mittags stand Landeskunde auf dem Programm, wobei besonders die Orte und Städte beleuchtet wurden, die wir noch mit der Gruppe besuchen würden. Jeder hatte die Gelegenheit, sich einzubringen und sich so an das Englisch-Sprechen zu gewöhnen. Aufgelockert wurde der Unterricht durch gelegentliche Sprach- oder Rollenspiele.

Freizeit

Sprachreise nach Eastbourne

Gemeinsam mit der Gruppe unternahmen wir viele verschiedene Ausflüge, die allesamt sehr viel Spaß machten. So ging es zum Beispiel für einen ganzen Tag nach London oder Brighton und an einem anderen Tag wurde ein Bowlingturnier mit internationalen Teams ausgetragen. Auch Strandbarbecues und Bootsfahrten durften bei dem - entgegen des Klischees vom ständigen Regen - konstant herrlichen Wetter nicht fehlen. Besonders in Erinnerung blieb aber wohl allen der Bootsausflug zum "Beachy Head", einem großen Kreidefelsen, bei dem wir extrem hohen Wellengang hatten und am Ende alle pitschnass waren.
Es gab aber auch viel Freizeit, die wir selbst gestalten konnten und keiner wurde dazu gezwungen, an Unternehmungen teilzunehmen, auf die er keine Lust hatte. Der Strand mit dem wunderschönen Pier oder das riesige Shopping Centre waren bei solchen Gelegenheiten beliebte Anlaufstellen. Auch für abendliche Aktivitäten war gesorgt, denn als Sprachschüler hatten wir an vier Abenden in der Woche freien Eintritt in einen Eastbourner Nachtclub.

Erinnerungen

Sprachreise nach Eastbourne

Ich kehrte nicht nur mit einem wertvollen Zertifikat sondern auch mit einer Menge Erinnerungen wieder nach Deutschland zurück.

Und ich erinnere mich aus vielerlei Gründen gerne an meine Sprachreise. Zum einen konnte ich mich nicht nur aufgrund der Herzlichkeit, mit der ich von meiner Gastmutter empfangen wurde, sondern auch aufgrund der vielen neuen Freundschaften, die ich dort schloss, rasch in England einleben. Zum anderen gefielen mir mein Kursort Eastbourne und England mit seinen Sitten und Bräuchen im Allgemeinen außerordentlich gut. Egal, ob ich in einem Restaurant etwas zu essen bestellte, ob ich nach dem Weg oder nach der richtigen Buslinie fragte, ich traf immer auf freundliche und hilfsbereite Menschen, was mir die Scheu nahm, die Sprache einfach auszuprobieren. Das Klischee vom schlechten englischen Wetter bestätigte sich nicht im geringsten: Während der vierzehn Tage, die ich dort zubrachte, herrschten stets sommerliche Temperaturen. Und auch das Gerücht vom ausnahmslos schlechten Essen erwies sich als falsch, denn meine Gastmutter kochte ausgezeichnet. Wofür ich mich hingegen gar nicht begeistern konnte, waren die englischen Sausages, die einfach fürchterlich schmeckten.

Sprachreise nach England

Auch sprachlich brachte mir der Englandaufenthalt einiges: Nach meiner Rückkehr hatte ich auf jeden Fall den Eindruck, dass mein Englisch sich verbessert hatte. Ich hatte nicht nur alltägliche Redewendungen und Grammatik gelernt, sondern vor allem die Scheu verloren, die Sprache einfach zu sprechen. Nach meinem Abitur möchte ich auf jeden Fall ein weiteres Mal nach England, aber für einen längeren Zeitraum. Meine Gastmutter hat mir sogar schon angeboten, wieder bei ihr zu wohnen.

Tipps an zukünftige Sprachschüler

Sprachreise nach Eastbourne

Meldet euch vor eurer Abreise schon einmal bei eurer Gastfamilie. Es hilft einem vor Ort sehr, wenn man mit den die Personen, die einen erwarten, wenigstens schon einmal gesprochen hat. Außerdem könnt ihr bei der Gelegenheit schon wichtige Informationen bekommen, beispielsweise wie ihr am besten zur Sprachschule kommt oder ob auch noch andere Austauschschüler in der Familie untergebracht sein werden. Seid vor Ort nicht verschlossen und traut euch einfach, die Sprache zu sprechen. Niemand wird euch irgendwelche Fehler ankreiden! Versucht, das Beste aus eurer Sprachreise herauszuholen und probiert möglichst viel aus - immerhin sind es nur ein paar Wochen.

Von Dorothee Baumfalk

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